Textauszüge

 

Ausschnitte aus den »Tischgespräche

»Meine Schäferhündin „Blondi" ist in gewisser Hinsicht auch Vegetarier - sie frisst bestimmte Grasbüschel geradezu mit Behagen! Interessant ist, dass ihr das über Koliken hinweghilft. Wenn man das weiß, muss man sich doch wundern, wie vernünftig Tiere sind und genau wissen, was für sie am bekömmlichsten ist. Ich bin schon gespannt, ob meine neue Schäferhündin „Bella" mit der Zeit auch eine Vorliebe für vegetarische Kost zeigt.«

»Die schlimmste Zeit im Jahr ist für mich der Parteitag in Nürnberg¸ das bedeutet für mich eine furchtbare Anstrengung. Am anstrengendsten ist das stundenlange Stehen beim Vorbeimarsch. Ein paar Mal ist mir schon schwindelig geworden. Man macht sich keinen Begriff, wie qualvoll das ist, stundenlang mit durchgedrückten Knien zu stehen. Allerdings: wenn der Parteitag vorbei ist, das ist für mich jedesmal so etwas Trauriges, wie wenn der Schmuck wieder vom Christbaum entfernt wird.«

»Wenn ich so Reden von einem wie dem Galen lese, dann sage ich mir: Nadelstiche versetzen ist da zwecklos. Ich kann warten. Das kommt alles in mein Notizbüchlein. Eines Tages wird abgerechnet! Wenn es ihm nicht gelingt, sich vorher in den Vatikan zu flüchten, kann er sicher sein, dass bei dieser Abrechnung kein i-Tüpfelchen vergessen wird!«

»Das Schlimmste ist doch, wenn man in einer Umgebung lebt, die für das, was man schafft, kein Verständnis hat. Wenn ich denke, dass man Mozart in ein Massengrab geworfen hat! Ich habe doch ein unerhörtes Glück gehabt, und noch größeres Glück hat das deutsche Volk!«

»Es ist doch erschütternd, zu sehen, wie den Menschen die kirchlichen Dogmen aufgezwungen werden; das konnte ja nur in Blut und Folter enden. Man muss dankbar sein, dass man nicht vor dreihundert Jahren lebt, wo in jedem Ort die Scheiterhaufen brannten. Tausende wertvoller Menschen wurden verbrannt! Diese Brutalität war doch so etwas Entsetzliches. Und wie müssen wir den Menschen dankbar sein, die den Mut hatten, dagegen vorzugehen!«

»...Es ist ganz zwecklos, die Frauen da bessern zu wollen. Lassen wir ihr doch diese kleinen Schwächen. Wenn man damit schon eine Frau glücklich machen kann, ausgezeichnet. Tausendmal besser, als sie beschäftigt sich mit metaphysischen Sachen; das ist schlimm! Ah, da können sie einem auf die Nerven gehen!«

»Die deutsche Nation hat die Völkerwanderung, die Hunnenstürme, den dreißigjährigen Krieg und Napoleon überstanden - sie wird auch mich überstehen.«

 

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